Bewerbertraining Asylsuchende & Migranten

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Maßnahmenbeschreibung

Konzept gem. § 45 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB III entsp. §16 SGB II – Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt: Bewerbertraining, Orientierung und Aktivierung für Asylsuchende und Migranten
(Individuelle Betreuung und Integration von Arbeitsuchenden und Arbeitslosen aller Altersgruppen mit und ohne Leistungsbezug)
I. Arbeitsmarktliche Relevanz
II. Ziele der Maßnahme
III. Dauer der Maßnahme
IV. Module und Inhalte
V. Kalkulation der einzelnen Module
I. Arbeitsmarktliche Relevanz
Nach Recherchen gemeinsam mit den Kostenträgern besteht eine hohe Notwendigkeit zur Durführung von Einzelmaßnahmen für die geplante Zielgruppe. Da diese Zielgruppe sehr speziell ist, ist die Integrationswahrscheinlichkeit in den 1. Arbeitsmarkt bei der Förderung über Einzelcoaching deutlich größer als in Gruppenmaßnahmen. Auch die Erfahrungen aus Besprechungen mit sowohl den Jobcentern als auch den Unternehmerverbänden (Wirtschaftskreis, IHK, Oberbürgermeister u.A. 2015) zeigen den Bedarf dieser Maßnahme deutlich auf. Aus bereits laufenden Maßnahmen können wir mit einem Eingliederungsergebnis von 40 % bei schwierigen Zielgruppen auf gute Erfahrungen zurückgreifen. Über das Konzept, der Einrichtung von Patenschaften seitens der Arbeitgeber mit unseren Kunden, versprechen wir uns eine höchstmögliche Integration. Die Resonanz der Arbeitgeber auf die Einrichtung von Patenschaften ist durchgängig positiv zu beurteilen.
II. Ziele der Maßnahme
Ziel der Maßnahme ist die eine schnelle und wirksame individuelle Unterstützung der oben genannten Kundengruppe durch umfassende Information und professionelles Kompetenztraining und Kompetenzbilanzierung im Bewerbungsverfahren umzusetzen. Im Gegensatz zu Gruppenmaßnahmen kann in der Einzelbetreuung intensiver auf die Belange des Kunden eingegangen werden.
Bewerberverhalten optimiert werden. Den Teilnehmern soll über die individuelle Einzelbetreuung die Teilhabe an Bewerbungsverfahren zur Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Um Verständigungsproblemen vorzubeugen, werden neben dem Dozenten ggf. auch Dolmetscher in den Präsenzzeiten beim Träger eingesetzt. Der Dolmetscher wird neben dem Dozenten eingesetzt und nicht als selbstständiger Dozent tätig. Weiterhin sollten wenn möglich Patenschaften mit Unternehmen zu höchstmöglichen schnellen Integration eingerichtet werden.
III. Dauer der Maßnahme
Die Dauer der Maßnahme richtet sich im Einzelfall nach den Defiziten und Hemmnissen des Kunden. Die Gesamtdauer der Maßnahme sollte 20 Wochen nicht überschreiten. Hier gehen wir davon aus, dass die Präsenzzeit 8 Wochen beim Träger nicht überschreiten sollte und im Anschluss ein maximal 12 wöchiges Berufspraktikum bei dem Patenschaftsunternehmen absolviert wird. Die Präsenzzeit beim Träger beträgt durchschnittlich 2,5 UE pro Präsenztag. Der hohe Praktikumsanteil ist mit der besonders schweren Integrationsschwierigkeit begründet.
IV. Inhalte
Eignungsfeststellung
Dieses Modul dient der Feststellung des Ist – Standes und der beruflichen Eignung beim Kunden. Es beinhaltet das Profiling, eine „Stärken – Schwächenanalyse“ sowie das Herausarbeiten von Defiziten (auch sprachlich), die der Eingliederung in den Arbeitsmarkt entgegenstehen.
Mit dem Kunden werden weitere Vorgehensweisen festgelegt und Strategien zur Entwicklung und Arbeitsaufnahme geklärt.
zeitliche und inhaltliche Abfolge
Mit dem Kunden wird eine berufliche Strategie erarbeitet, auf der sich die weitere Struktur der Maßnahme begründet. Für den Kunden wird eine individuelle Musterbewerbungsmappe geschrieben und erstellt. Über ein individuelles Bewerbertraining, bezogen auf den regionalen Arbeitsmarkt, soll dem Kunden ein gesichertes Auftreten vermittelt werden.
Weitere Inhalte des Bewerbertrainings sind, der berufsbezogenen Deutschunterricht, das Coaching für Vorstellungsgespräche, Optimierung der vorhandenen Fähigkeiten und Stärken und eine sichere Selbstpräsentation.
 Vorbereitungsgespräch mit dem Teilnehmer/in 4,5 UE
- Vorbereitung der Verträge
- Sichten der Unterlagen
- Kontrolle Vollständigkeit
- Persönliches Gespräch
- Ausarbeitung der beruflichen Zielsetzung
- Stärke – Schwächenanalyse
- Herausarbeiten von Defiziten die der Eingliederung entgegenstehen
- Aufzeigen von Perspektiven
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
 Berufsbezogener Deutschunterricht 20 UE
- Ausgerichtet auf die individuellen beruflichen Möglichkeiten
des Kunden (hier sollten Berufsbild bezogen die Lehrbücher der Berufsschulen zum Einsatz kommen)
- Berufsrechtliche Schulung (Arbeitsgesetz, ArbSchG, JArbSchG, ArbZG)
 Analyse der Bewerbungsaktivitäten mit dem Teilnehmer/in 3,5 UE
- Persönliches Gespräch
- Gemeinsame Analyse der Bewerbungsaktivitäten
- Kompetenzanalyse
- Defizitbeseitigung
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
Überwachung der Bewerbungsaktivitäten
 Erstellen von Bewerbungsunterlagen 3,5 UE
- Gemeinsame Analyse der evtl. vorhandenen Bewerbungsunterlagen
- Erstellen einer persönlichen Bewerbungsmappe
- Entwicklung einer Bewerbungsstrategie
- Wie bewerbe ich mich richtig?
- Wie verhalte ich mich beim Bewerbungsgespräch?
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
Überwachung der Bewerbungsaktivitäten
 Internetrecherche mit dem Teilnehmer/in 3,5 UE
- Anlegen von Bewerberprofilen
- Recherche nach potentiellen Arbeitgebern und offenen
Stellenangeboten
- Wie bewerbe ich mich online?
- Gemeinsame Analyse der Bewerbungsaktivitäten
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
Überwachung der Bewerbungsaktivitäten
 Vorbereitung auf Bewerbergespräche mit dem 3,5 UE
Teilnehmer/in
- Gesprächstraining
- Analyse des Trainings
- Gemeinsame Analyse der Bewerbungsaktivitäten
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
Überwachung der Bewerbungsaktivitäten
 Analyse der Erfolge mit dem Teilnehmer/in 3,5 UE
- Wie wirkt sich die Bewerbungsstrategie aus?
- Erfolge / Misserfolge
- Welche Änderungen sind möglich und nötig?
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
Überwachung der Bewerbungsaktivitäten
 Berufsbezogenes Praktikum 12 Wochen
- Bei einem Arbeitgeber mit vergleichendem Berufsprofil
- Dieses Praktikum sollte in eine Patenschaft mit dem Kunden münden
 Praktikumsbetreuung 24 h
- Gespräche mit Arbeitgeber, Betreuer und Kunden
- Ggf. Konfliktmanagement
 Abschlussgespräch mit dem Teilnehmer/in 4 UE
- Teilnehmeranalyse
- Teilnehmerbefragung
- Gemeinsame Auswertung der Maßnahme
- Messung des erreichten Maßnahmenzieles
- Nachbereitung, Datenbankeingabe, Protokollierung
- Abschlussbericht
V. Kalkulation der einzelnen Module
Die Kosten sind auf Einzelmaßnahmen mit je einem Teilnehmer kalkuliert.
Die Maßnahme ist für die Teilnehmer mit einem MAT - Bildungsgutschein - kostenlos - erhältlich bei der Agentur für Arbeit und JobCenter
Begründung zur Gruppengröße
Wir gehen davon aus, dass Teilnehmer der einzelnen Zielgruppen in einer Einzelbetreuung individueller und gezielter auf ihr zukünftiges Einsatzgebiet vorbereitet werden können.
Der Gesetzgeber hat mit der Neuregelung des SGB III § 45 diesem Umstand Rechnung getragen und der Branche die Möglichkeit eröffnet über Einzelmaßnahmen gezielter auf bestimmte Anforderungen der Arbeitsuchenden zu reagieren.
Aus diesem Grund beantragen wir Maßnahmen mit einer Teilnehmergröße/Gruppengröße von max. 1 Teilnehmer.
Der hohe Kostensatz begründet sich mit dem für diese spezielle Zielgruppe notwendigen Einsatz des Dolmetschers.